Der IBC: Funktionen, Einsatzbereiche und die heutigen Anforderungen an den Container

Intermediate Bulk Container: der Allrounder für Transport und Lagerung braucht ein IoT-Update

Jeder kennt sie, die quaderförmigen Behältnisse, die auf Baustellen, in Fabrikhallen oder auf Kuhweiden zu sehen sind. Man findet sie alleine stehend, übereinander gestapelt, nebeneinander aufgereiht.

Der Intermediate Bulk Container, kurz IBC, gilt als Universalgenie für die Lagerung und den Transport von Flüssigkeiten und pulvrigen Stoffen. Die sogenannten Großpackmittel sind robuste Mehrweg-Behältnisse aus Kunststoff und Stahl und können je nach Bauweise oder Ausführung ein Volumen von 500 bis zu 3000 Litern fassen. Die stabile Konstruktion widersteht mechanischen Belastungen und sorgt damit für ein hohes Maß an Sicherheit für die gelagerten und transportierten Stoffe.

Eine einfache Lösung für ein großes Problem: Die Erfolgsgeschichte des IBC

Intermediate Bulk Container wurden in den 70er Jahren von dem deutschen Unternehmer Udo Schütz aus Selters in Rheinland-Pfalz als verbesserte industrielle Lagerbehälter konzipiert. Zuvor wurden 200-Liter-Fässer zur Lagerung von Flüssigkeiten und pulvrigen Stoffen genutzt, die jedoch aufgrund ihrer zylindrischen Form für die Lagerung und den Transport ineffizient waren. Pro Palette konnten maximal 800 Liter transportiert werden, der IBC schafft auf gleicher Grundfläche 1000 Liter. IBC sind somit platz- und kosteneffizienter und lassen sich aufgrund ihrer kubischen Form leichter lagern und transportieren.

Nachdem der erste IBC-Entwurf 1993 patentiert wurde, begannen viele Unternehmen mit der Herstellung der Behälter, und der moderne IBC wurde schnell zum Industriestandard für die Lagerung und den Transport von Gütern. Seitdem ist die Zahl der Container auf dem Weltmarkt stetig gestiegen. In einer von Future Market Insights (FMI) durchgeführten Studie ist sogar von einem weltweiten Volumen von 681 Millionen Intermediate Bulk Containern bis Ende 2021 die Rede, Tendenz steigend. Die Studienergebnisse deuten ebenfalls darauf hin, dass der Markt weiter wachsen wird und voraussichtlich einen Gesamtwert von 21 Mrd. US$ im Jahr 2021 erreichen wird.

Flexibel einsetzbar, langlebig und wiederverwendbar

Heute gibt es zahlreiche IBC mit unterschiedlichen Merkmalen und Spezifikationen für verschiedene Branchen. Zu den gelagerten und transportierten Stoffen gehören beispielsweise Farben und Lacke, Chemikalien, Duftstoffe, Lebensmittelzutaten, pharmazeutische Inhaltsstoffe und auch etliche Getränke. Neben anderen Vorteilen sind IBC leicht zu handhaben, langlebig und wiederverwendbar.

Die gängigsten IBC bestehen aus einer Palette mit einer Kunststoffblase und einem einfachen Gitterrahmen. In einigen Fällen wird der Behälter auch aus Materialien wie Aluminium, verzinktem Eisen o.ä. hergestellt. Der äußere Gitterkäfig eines IBC-Behälters besteht in der Regel aus einem stabilen Material wie Stahl oder Eisen. Wenn ein IBC für eine explosionsgefährdete Zone verwendet wird, ist die äußere Umhüllung eher wie eine Schale konzipiert und umschließt den Behälter selbst vollständig mit einem Stahlblech.

Transport von Gefahrgütern – welche Anforderungen muss ein IBC erfüllen?

Für den Transport von Gefahrgütern wurden mit dem ADR gesetzliche Vorschriften entwickelt, die helfen sollen, Unfälle zu vermeiden und Mensch, Material und Umwelt zu schützen. ADR steht für „Accord européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par route“ („Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“).

Ein IBC muss in der Lage sein, verschiedensten Umwelteinflüssen zu widerstehen. Ein Kunststoff-IBC muss zum Beispiel UV-Strahlung aushalten können, ohne dabei spröde zu werden. Auch darf das Produkt nicht mit dem Kunststoff des Containers reagieren. Der IBC muss außerdem den durch den Inhalt möglicherweise verursachten Innendruck aushalten.

Bevor ein IBC also für die Beförderung gefährlicher Güter verwendet werden kann, muss geprüft werden, ob er alle Anforderungen erfüllt, die in den verschiedenen Vorschriften beschrieben sind. Um dies zu prüfen, gibt es verschiedene Testverfahren, wie einen Falltest, eine Dichtheitsprüfung oder eine Wasserdruckprüfung.

Modernisierung durch IoT-Technologie: Sensoren sorgen für bessere Kontrolle

Doch stabile und geprüfte IBC allein reichen heutzutage oft nicht aus, um den sicheren Transport von Gütern zu gewährleisten. Denn die Container sind in Lieferketten selten vernetzt und lassen sich während des Lieferprozesses kaum kontrollieren. Wichtige Informationen zu Standort, Temperatur, Füllmenge oder Druck sind deshalb in der Regel nicht abrufbar. Das bewährte Produkt braucht ein technologisches Update, denn die fehlende Transparenz führt zu Lieferengpässen oder Beschädigungen der IBC. Dadurch kommt es zu Verzögerungen in den oft eng getakteten Lieferketten und enorme Mehrkosten und wirtschaftliche Einbuße sind die Folge.

Zudem werden IBC oft nicht effizient genutzt, was bedeutet, dass sie manchmal bis zu 80 % ihrer Betriebszeit leer stehen. Aufgrund der globalen Vernetzung der Märkte und des stetigen Wachstums der Flotten geht man zudem davon aus, dass rund 20 % der IBC bei Lieferprozessen verloren gehen. Dies wirkt sich nicht nur negativ auf die Investitionen der Unternehmer aus, sondern schadet auch dem Klima.

Die praktischen Container, die sich jahrzehntelang bewährt haben, brauchen ein technologisches Upgrade, damit die Lieferketten des 21. Jahrhunderts effizienter werden und von der Digitalisierung profitieren können. Abhilfe bietet hier die Verwendung von IoT-Sensortechnologie. Mithilfe von nachträglich angebrachten Sensoren lassen sich IBC-Messdaten in Echtzeit erfassen und online abrufen. Dadurch werden Informationslücken geschlossen und digitale Logistikprozesse optimiert, um industrielle Lieferketten sicherer und profitabler zu gestalten. Und das ab der ersten Minute wenn die Lösung in Benutzung ist.

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Max Drechsler
Ich ermögliche Ihnen den einfachsten Weg zur kompletten Sichtbarkeit Ihrer Lieferkette.

Q&A

Technologie kann einfach sein, wenn man es will. Was ich an der Technologiebranche ändern würde, ist die Schaffung eines einfachen Zugangs zu & für jedermann.

Die Reduzierung der Komplexität, die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit und die Vermeidung von Verschwendung. 

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