Wie die Weinindustrie von der Transparenz in Lieferketten profitieren kann

Ein Glas Rotwein zum Risotto am Abend oder ein kühler Weißwein an einem lauen Sommerabend mit Freunden: Wein gehört zu den beliebtesten alkoholischen Getränken der Deutschen und liegt damit nur knapp hinter Bier. Pro Kopf trinken deutsche Verbraucher im Durchschnitt knapp über 20 Liter in einem Jahr. Dabei handelt es sich neben Wein aus deutschen Weinanbaugebieten wie z.B. Rhein und Mosel vor allem um Importe aus dem europäischen Ausland, wie Italien, Spanien und Frankreich. (vgl. Statista) Aber auch Südafrika, Chile oder Kalifornien stehen im Wettbewerb mit den europäischen Winzern.

Im internationalen Vergleich ist der durchschnittliche Konsum von Wein pro Person in Portugal am höchsten. Aber auch Frankreich und Italien, in denen selbst viel Wein produziert wird, weisen einen hohen Pro-Kopf-Verbrauch auf. Der größte Absatzmarkt von Wein ist allerdings der US-amerikanische Markt mit einem jährlichen Gesamtverbrauch von über 30 Millionen Hektolitern. (vgl. Statista)

Weinlogistik ist weltweit auf Wachstumskurs

Die Weinlogistik befindet sich laut DHL in stetigem Wachstum. So wird erwartet, dass das Volumen von Bier, Wein und Spirituosen und flüssigen Massengütern in den kommenden Jahren um etwa 5-7 % pro Jahr steigen wird. Außerdem wird der Transport von Wein zunehmend internationaler. Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) schätzt, dass 45 % des gesamten Weins auf seinem Weg vom Erzeuger zum Verbraucher mindestens eine internationale Grenze überquert. Dabei werden alleine innerhalb von Europa fast 16.000 Kilotonnen jährlich transportiert.

Weintransport: Hindernisse und Risiken

Winzer, Importeure und Transportunternehmen stehen bei dem Transport von Wein vor großen Herausforderungen. Umwelteinflüsse, wie Hitze oder Kälte, oder die falsche Lagerung können das empfindliche Gut schnell verderben. Auch die Wahl des Transportmittels kann die Qualität des Weines erheblich beeinflussen.

Die richtige Temperatur ist von großer Bedeutung

Die richtige Temperatur spielt bei Lagerung und Transport von Wein eine große Rolle und wird für jede Weinsorte individuell festgelegt. Zu hohe Lagertemperaturen wirken sich deutlich auf die Haltbarkeit von Flaschenwein aus und können zu einer raschen Alterung und einer deutlichen Verschlechterung des Produkts führen.

Große Hitze schadet somit der Aromatik des Weines und lässt ihn verderben. (vgl. The Australian Wine Research Institute) Außerdem sollten Weine keinen größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt werden, deswegen ist es wichtig, dass die Temperaturen während des gesamten Lieferprozesses auf einem angemessenen und konstanten Niveau gehalten werden.

Zu viel Licht schadet dem Wein

Wein ist nicht nur temperaturempfindlich, sondern auch eine zu große Lichtzufuhr kann Wein schnell verderben. Aus dem Grund werden die meisten qualitativ hochwertigen Weine in dunklen Glasflaschen verkauft. Beim Transport muss also besonders darauf geachtet werden, dass die Lichtzufuhr reguliert wird.

Erschütterungen können Wein verderben

Auch Erschütterungen beim Transport können negative Auswirkungen auf die Weinladung haben – sei es durch Unebenheiten, durch Anfahren und Bremsen oder den Transport über Förderbänder. Darum sollte man für den Wein nach dem Transport eine gewisse Ruhezeit einplanen.

Große Mengen Wein verderben beim Transport

Bisher werden nur bei einer begrenzten Anzahl von Weintransporten temperaturkontrollierte Behälter verwendet. Das führt dazu, dass große Mengen an Wein beim Transport verderben. So gab z.B. bei einer Befragung von Fachleuten der Weinversorgungskette und Weinerzeugern in den USA ein Großteil der Befragten (65 %) an, dass 1-2 % geben an, dass 1-2 % des transportierten Weins aufgrund der Temperatur ungenießbar wurde! Nur 16 % der Befragten waren der Meinung, dass die Temperatur während des Transports angemessen war. (vgl. Atkin & Cholette 2017)

Der Weinkritiker Robert Parker geht in seinem Weinkaufführer (2008) sogar davon aus, dass zwischen 10 und 25 % der in den USA verkauften Weine durch extreme Hitzeeinwirkung beschädigt wurden (vgl. The Australian Wine Research Institute).

Weintransport in Flaschen weniger nachhaltig

Weine können auf unterschiedlichste Weisen transportiert werden. Gängig ist der Transport in Flaschen, die in Kisten verpackt werden, doch auch größere Behältnisse, wie Flexitanks, Fässer oder Intermediate Bulk Container, werden für den Transport von Wein verwendet. Auf sogenannten „Bulk Wine“, also Wein, bevor er abgefüllt wird, entfielen 2018 40 % aller weltweit exportierten Weine im Wert von mehr als 3 Mrd. In jüngster Zeit hat der Transport von nicht abgefülltem Wein erheblich zugenommen, da beim Versand rund 40 % weniger Kohlendioxid verbraucht wird, die Transportkosten sinken und weniger Schäden durch Stöße entstehen. (vgl. The Buyer)

Eine Studie zu den Umwelteinwirkungen von Weinkonsum in Großbritannien hat außerdem gezeigt, dass der Versand von Wein in größeren Mengen anstelle von Wein abgefüllt in Flaschen das Treibhauspotenzial (GWP) um 13 % senken würde. Für die Weinindustrie ist es somit wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll, Wein in größeren Transportmitteln zu transportieren.

Sensortechnologie für optimale Qualitätssicherung

Wie bereits erwähnt, werden Weine zunehmend in sogenannten Intermediate Bulk Containern (IBC) transportiert und gelagert. Eigens für Weine entwickelte Container bieten eine echte Alternative zu konventionellen Behältern wie Fässern oder Tanks. Spezielle Verschlussmechanismen verhindern das Ein- und Austreten von Sauerstoff oder Stickstoff. Durch die kontrollierte Sauerstoffzufuhr kann der Reifungsprozess der Weine gezielt gesteuert werden.

Um die Qualität von Weinen beim Transport und der Lagerung in IBCs zu sichern, ist es sinnvoll, Messdaten wie Temperatur, Druck, Füllstand und Standort in Echtzeit zu kontrollieren. Das Berliner Unternehmen vitreo hat zu diesem Zweck einen IoT Sensor entwickelt, der von außen an Weincontainer angebracht werden kann und sämtliche Zustandsdaten über eine einfache und sichere Softwarelösung verfügbar macht.

Die IoT-Sensorik hilft somit beim Weinstransport in jedem Abschnitt der Lieferkette dabei, wichtige Daten zu extrahieren, die auf herkömmliche Weise nur schwer bis gar nicht zu erlangen sind. Mithilfe der Aufbereitung und Analyse dieser Daten kann die Qualität von Weinen während des gesamten Transportweges auf einfache Weise kontrolliert werden. Für den Einsatz der IoT Lösung wird weder mehr Personal benötigt, noch muss ein größerer Zeitaufwand betrieben werden. Im Gegenteil – der schnelle Informationsfluss und die einfache Handhabung sorgen dafür, dass Kosten gesenkt, die Umweltbilanz verbessert und die Gesamteffizienz gesteigert werden können.

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Max Drechsler
Ich ermögliche Ihnen den einfachsten Weg zur kompletten Sichtbarkeit Ihrer Lieferkette.

Q&A

Technologie kann einfach sein, wenn man es will. Was ich an der Technologiebranche ändern würde, ist die Schaffung eines einfachen Zugangs zu & für jedermann.

Die Reduzierung der Komplexität, die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit und die Vermeidung von Verschwendung. 

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