Transport von Kosmetik- und Körperpflegeprodukten

Warum Rückverfolgbarkeit die empfindliche Ware schützt

Die Kosmetik- und Körperpflegeindustrie boomt. Immer mehr Menschen weltweit greifen täglich auf unterschiedliche Pflege- und Wellnessprodukte zurück, um Haut, Haare und Nägel bestmöglich zu pflegen, den Körper mit Nährstoffen zu versorgen und den Alterungsprozess aufzuhalten. Internationale Marken produzieren für die verschiedenen Weltmärkte. Oft werden spezielle Inhaltsstoffe aus bestimmten Regionen verwendet, um Exklusivität zu gewährleisten, wie z.B. Arganöl aus Marokko oder Mineralien aus dem Toten Meer.

Daher ist eine effizient gestaltete Lieferkette für die Kosmetik- und Körperpflegeindustrie von entscheidender Bedeutung, um einen Wettbewerbsvorteil zu haben und den Anforderungen der Einzelhändler gerecht zu werden.

Mit einer Vielzahl von Produktangeboten, zahlreichen Farben und Schattierungen, flüssigen und festen Stoffen, exklusiven und zugleich empfindlichen Inhaltsstoffen steht die Logistik von Kosmetik- und Körperpflegeprodukten einzigartigen Herausforderungen gegenüber. Einerseits zwingen neue Produkte mit empfindlichen Inhaltsstoffen Logistikunternehmen dazu, bestehende Lieferketten zu reformieren, um Qualitätsverluste zu vermeiden. Andererseits ist die Branche sehr schnelllebig und Händler müssen Produkte und Waren oft innerhalb von kürzester Zeit von A nach B transportieren, um die global wachsende Nachfrage zu befriedigen.

Kosmetik- und Körperpflegeindustrie gewinnt an Bedeutung

Die Kosmetik- und Körperpflegeindustrie wächst stetig. Der Begriff Kosmetik steht in erster Linie für den Bereich der Schönheitspflege, während Körperpflege auch auf Hygiene und Gesundheit abzielt. Der Übergang ist hier oft fließend. Das Wort Kosmetik leitet sich von dem altgriechischen Wort „kosméein“ ab und bedeutet „schmücken“.  Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit definiert den Begriff Kosmetik wie folgt:

„Als Kosmetik gelten nur Substanzen, die dafür vorgesehen sind, äußerlich mit dem menschlichen Körper (Haut, Nägel, Haare), den Zähnen und den Mundschleimhäuten in Berührung zu kommen.

Außerdem müssen sie dazu dienen, den Körper zu reinigen, zu parfümieren, das Aussehen zu verändern, zu schützen, in gutem Zustand zu halten oder den Körpergeruch zu beeinflussen.

Diese Definition wird von vielen Produkten erfüllt: Mittel zur Verschönerung wie Schminke, Nagellack, Hautcreme oder Parfüm ebenso wie Seife, Zahnpasta, Sonnencreme, Deos, Rasierschaum oder Badezusatz.“

Weltweit erreichten Hautpflegeprodukte 2021 laut Statista ein Marktvolumen von 148 Mrd. US-Dollar. Der Umsatz der deutschen Industrie zur Herstellung von Körperpflegemitteln und Duftstoffen betrug in den Jahren 2008 bis 2021 5,8 Mrd. Euro. Der Umsatz mit Körperpflegemitteln in Deutschland betrug in den Jahren 2004 bis 2021 13,6 Mrd. Euro und mit dekorativer Kosmetik konnten in dem Zeitraum 1,47 Mrd. Euro umgesetzt werden (vgl. Statista).

Innovatives Supply-Chain-Management führt zu höherer Rentabilität

Aufgrund der steigenden Nachfrage und den globalen Märkten, werden die Lieferketten im Kosmetik- und Körperpflegesektor immer komplexer. Kosmetikunternehmen, die keine innovativen Lösungen in ihren Lieferketten umsetzen, sind oft weniger rentabel als ihre Konkurrenten. Insgesamt verzeichnet die ein stetiges Wachstum, das sich allerdings nicht gleichmäßig auf alle Einzelhändler verteilen lässt. Experten prognostizieren das größte Wachstum vor allem im Bereich E-Commerce. Der Absatz im Einzelhandel hingegen wird eher stagnieren. Für Kosmetikhändler und Logistikunternehmen, die Dienstleistungen für diesen Sektor erbringen, ändert sich dadurch einiges. (vgl. trans.info)

Die Organisation der Herstellung und des Vertriebs von Kosmetika in der Europäischen Union wird durch die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates geregelt, die besonderen Wert auf die Marktsicherheit legt.

Jedes kosmetische Mittel, das auf den Markt gebracht wird, muss daher bestimmte Anforderungen erfüllen.

Kontrolle von Lager- und Transporttemperatur ist ausschlaggebend

Die Lieferkette für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte ist in der Regel sehr lang. Im Grunde beginnt der Prozess bereits im Labor und umfasst sie den gesamten Produktionsprozess bis hin zum Transport zur Verkaufsstelle oder zum Endkunden. In der Regel handelt es sich dabei um die Lieferung von Wirkstoffen, Präparaten, Zwischen- oder Fertigerzeugnissen.

Die Hersteller von Kosmetikprodukten verwenden spezielle Inhaltsstoffe, die besonders sorgfältig gelagert und transportiert werden müssen, um unerwünschte Auswirkungen von Wetter, Temperatur, Feuchtigkeit und Licht zu vermeiden. So kann eine zu hohe Temperatur zum Beispiel zum Verlust der entsprechenden physikalischen und chemischen Eigenschaften der Waren führen. Daher ist es vor allem für Lieferanten und Spediteure eine besondere Herausforderung, Kosmetika angemessen zu transportieren. (vgl. trans.info)

Transportwege möglichst kurz halten

Der Versender kosmetischer Produkte muss vor dem Transport dafür sorgen, dass diese ordnungsgemäß konserviert werden. Der Spediteur hingehen muss ein geeignetes Transportmittel zur Verfügung stellen, in dem das Produkt unversehrt und in möglichst kurzer Zeit zum Kunden kommt.  

Das Logistikunternehmen, der Verlader und der Spediteur laut EU-Verordnung beachten, dass jedes kosmetische Produkt rückverfolgbar sein muss. In der Praxis bedeutet dies, dass die entsprechenden Daten in allen Phasen der Lieferkette in Echtzeit abrufbar sind. (vgl. trans.info)

Rückverfolgbarkeit und Sichtbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit und die Verfügbarkeit wichtiger Daten in Echtzeit zu ermöglichen, müssen herkömmliche Logistiklösungen neu gedacht werden. Erforderliche Bedingungen wie Temperatur, Druck oder Füllstand müssen jederzeit messbar und gegebenenfalls regulierbar sein. Die Sichtbarkeit aller relevanten Messgrößen führt im Falle von Unregelmäßigkeiten dazu, dass schnell reagiert werden kann und größere Schäden verhindert werden. Sollte ein Schaden nicht vermeidbar sein, können Chargen eines Produkts gezielt zurückgezogen werden, ohne dass die gesamte Ladung als fehlerhaft deklariert werden muss. Mit diesem effizienten Qualitätsmanagement können größere Verluste vermieden werden.

Digitale Vernetzung von Lieferketten durch IoT-Sensorik

Inhaltsstoffe von Kosmetik- und Pflegeprodukten oder die Produkte an sich werden oft in sogenannten Intermediate Bulk Containern (kurz: IBC) transportiert. Um Lieferketten transparent zu gestalten, wichtige Messgrößen und Daten jederzeit sichtbar zu machen und die Rückverfolgbarkeit der transportierten Güter zu gewährleisten, hat das Berliner Startup vitreo eine auf dem Internet of Things basierende Sensorlösung entwickelt, die sämtliche IBC-Messdaten wie Füllmenge, Standort, Temperatur und Druck einfach erfasst und in Echtzeit online abrufbar macht. Die Sensorik lässt sich einfach handhaben, schließt Informationslücken und ermöglicht so die Optimierung digitaler Logistikprozesse, um industrielle Lieferketten nachhaltig ökologisch und ökonomisch zu gestalten.

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Max Drechsler
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Q&A

Technologie kann einfach sein, wenn man es will. Was ich an der Technologiebranche ändern würde, ist die Schaffung eines einfachen Zugangs zu & für jedermann.

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